geschichtliches zur Zimmerer-Innung

Zimmerer Sigel
(dem Trockenbau haben sich die Zimmerer zusätzlich gewidmet)
Das Berufszeichen des Zimmerhandwerks zeichnet sich gegenüber manch anderen Zeichen durch eine Tiefe Werksymbolik aus. Grundfarbe des Zeichens ist das tiefe Blau, die Farbe des Himmels.  Golden sind der äußere Ring und das Giebeldreieck, das die Werkzeuge des Zimmermanns einschließt. Grün ist der Eichbaum, aus dem der edelste Werkstoff des Zimmermanns stammt. Die untere Verästelung stellt mit dem Stamm ein uraltes Zeichen der „Irminsul“ dar. Zu beiden Seiten verzweigt sich der Ast unterhalb des Eichenblattes zur Konrune, einem Schriftzeichen von mehr als zwanzig Zeichen, meist in Holz, Erz und Stein geritzt, die u.a. als Inschriften, Symbole und Zaubermittel von germanischen Stämmen verwandt wurden. Die Konrune ist eine vom Zimmerhandwerk bevorzugte Rune, die Sinnbild des Könnens ist. Aus dem Baum tritt als Ausdruck des Zimmermanns das Giebeldreieck hervor, dass unter seiner Spitze das Sonnenrad zeigt. Meßlatte, Axt und Winkel als wichtigste Werkzeuge bilden das bekannte Zeichen der Nagelrune, die das Einssein mit einer höheren Ordnung versinnbildlichen soll. Damit will das Zimmerhandwerk die Verbundenheit mit der Natur, den Menschen und dem All ausdrücken. Obwohl das Zimmerhandwerk über mehrere Jahrhunderte Tradition verfügt, hat ihr Zeichen leider kein direktes historisches Vorbild.
Etwas zur Geschichte:
Aus dem Jahre 1749 ist eine Verordnung über die „Wanderpflicht der Zimmergesellen“ nachgewiesen. Eigens dafür eingeführte Wanderbücher regelten in aller Strenge die Bestimmungen „betreffend das Wandern der Gewerksgehülfen“, das von den Polizeibehörden der jeweiligen deutschen Lande überwacht wurde. Die Wanderschaft der Zimmergesellen wird nach strengen Regeln, 2 Jahre, durchgeführt, bis zum heutigen Tag. Kehrten die Gesellen von der „Walze“ zurück oder ließen sich in anderen Ländern nieder, wollten sie zum Teil selbst ein Gewerbe besitzen. Dazu war natürlich zunächst das unerbittliche Gesetz des Bürgerstandes nachzuweisen.
Schweriner Zimmerleute sind bis in das 17. Jahrhundert zurückreichend in den Schriften verzeichnet. Im Jahre 1653 baten „sämtliche Zimmerleute“ um die Erteilung einer Amtsordnung, die auch 1654 erfolgte. Sicherlich haben sich die Zimmerer beim Aufbau des 1651 vollständig niedergebrannten altstädtischen Rathauses verdient gemacht.
Die recht umfangreichen und bis zu 28 Artikel aufweisenden Amtsrollen enthielten Bestimmungen über Lehrlinge, Gesellen und namentlich über die Anfertigung des Meisterstücks. Die Zunftlade bewahrte die Privilegien sowie die Geldbeträge auf, wie sie aus den Aufnahmegebühren und Strafgeldern zur Unterstützung wandernder und kranker Gesellen und zu anderen Zwecken zusammenflossen.
Das Zimmererhandwerk gehört zur Gruppe des Bau- und Ausbaugewerbes.

 
 
 
25.07.2018